02.04.2025Konjunktur

Lichtblick für deutschen Industrie: Erster Produktionsanstieg seit knapp zwei Jahren

EMI steigt zum dritten Mal in Folge +++ Geschäftsausblick ist deutlich optimistischer +++ Geringere Rückgänge bei Beschäftigung, Einkaufsmenge und Vormateriallagern
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Der erste Produktionsanstieg seit fast zwei Jahren hat dem EMI im März 2025 Auftrieb gegeben. Der saisonbereinigte Produktionsindex notierte ein moderates Wachstum und stieg auf den höchsten Wert seit März 2022. Grund dafür war die wachsende Zahl an Neuaufträgen. Hier wurde erstmals seit drei Jahren ein Auftragsplus verzeichnet, das auf eine stärke Binnennachfrage und den Aufbau von Lagerkapazitäten einzelner Marktteilnehmer zurückzuführen ist.  

Der gemeinsam mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) erstellte HCOB Einkaufsmanagerindex Deutschland (EMI) notierte folglich im März 2025 mit 48,3 Punkten über dem Wert vom Februar (46,5 Punkte). Damit liegt der EMI weiter in der Kontraktionszone unter 50 Punkten, erreichte allerdings den höchsten Stand seit August 2022.   

Vorleistungsgüterbereich schiebt EMI an  

Der Produktionsanstieg wurde von deutlichen Zuwächsen im Vorleistungsgüterbereich getragen. Hier stieg der entsprechende Index auf ein 37-Monatshoch. In diesem Sektor nahmen im März auch die Exportaufträge zu, vor allem aufgrund einer höheren Nachfrage aus Europa, Asien und Nordamerika. Durch einen Rückgang der Exporte im Konsumgüterbereich, notierten die Export-Auftragseingänge insgesamt allerdings etwas niedriger als im Februar dieses Jahres.   

Geschäftsaussichten erheblich optimistischer 

Die Wachstumserwartungen für die nächsten zwölf Monate haben sich im März deutlich verbessert und erreichte den höchsten Wert seit Februar 2022. Optimistisch waren die Umfrageteilnehmenden vor allem aufgrund der angekündigten Investitionen für Infrastrukturprojekte.   

Beschäftigung, Einkaufsmenge und Preise weiter unter Druck    

Der Stellenabbau im verarbeitenden Gewerbe hat sich im März auf einem niedrigeren Niveau fortgesetzt. Offene Stellen wurden häufiger nicht nachbesetzt und Verträge von Zeitarbeitskräften nicht verlängert. Auch betriebsbedingte Kündigungen blieben ein Thema. Die Einkaufsmenge schrumpfte erneut. Die Reduzierung war aber die geringste seit zweieinhalb Jahren.  

Der Wettbewerb um Neuaufträge führte dazu, dass viele Unternehmen ihre Verkaufspreise senkten. Der Rückgang fiel allerdings moderat aus und betraf nur den Investitionsgüterbereich.  

Aufgrund niedrigerer Seefrachtkosten und dem Euro-Dollar-Wechselkurs sanken auch die Einkaufspreise. Zudem gewährten einige Zulieferer Rabatte, um ihren Umsatz zu steigern.  

 

Die wichtigsten Ergebnisse im Konsumgüterbereich 

  • Produktion nähert sich stabilem Niveau  

  • Nachfrageminus bei Exportmärkten   

  • Anstieg der Verkaufspreise bei leicht höheren Kosten       

 

Die wichtigsten Ergebnisse im Vorleistungsgüterbereich 

  • Produktionszuwachs erreicht 37-Monatshoch      

  • Plus bei Exportaufträgen  

  • Geschäftsaussichten auf höchstem Wert seit mehr als drei Jahren     

 

Die wichtigsten Ergebnisse im Investitionsgüterbereich 

  • Erstes Wachstum bei Neuaufträgen seit März 2023   

  • Geringere Kosten, kürzere Lieferzeiten  

  • Niedrigere Beschäftigung trotz größerem Optimismus     

 

Über den EMI: 

Der HCOB Einkaufsmanagerindex Deutschland (EMI) ist ein monatlicher Frühindikator zur Vorhersage der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland. Der Index erscheint seit 1996 unter der Schirmherrschaft des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) e.V. Er beruht auf der Befragung von rund 500 Einkaufsleitern und Geschäftsführern der Verarbeitenden Industrie in Deutschland, die repräsentativ für die deutsche Wirtschaft nach Branche, Größe und Region ausgewählt wurden. Erstellt wird der EMI vom US-amerikanischen Finanzdienstleister S&P Global. Er orientiert sich am Vorbild des US-Purchasing Manager’s Index (PMI).  

Melanie UnseldLeiterin Kommunikation und Pressesprecherin+49 173 213 67 63melanie.unseld@bme.de
Bianka BlankenbergPressesprecherin+49 6196 5828-108bianka.blankenberg@bme.de